Freitag, 29. Juni 2012

Soziales Engagement als Strategie für das Kundenmanagement

Fast neun von zehn Deutschen (87 Prozent) erwarten von Unternehmen, gesellschaftliche Belange mindestens genauso wichtig zu nehmen wie den Profit. Aber: Nur 15 Prozent der Deutschen sind der Meinung, dass die Wirtschaft sich heute schon ausreichend und adäquat für das Gemeinwohl engagiert – das ist das zweitschlechteste Ergebnis im internationalen Vergleich. Das ist eines der Kernergebnisse der 5. goodpurpose®-Studie des PR-Beratungsunternehmens Edelman. Es gibt eine sehr große Diskrepanz zwischen den Forderungen der Bürger einerseits und der wahrgenommenen Umsetzung durch die Unternehmen andererseits.

Acht von zehn der befragten Konsumenten finden es legitim, dass Marken sich sozial engagieren und damit auch Gewinn erzielen – diese Zahl hat sich seit 2007 fast verdoppelt. Außerdem ist die Bereitschaft der Deutschen, mehr für ein Produkt zu zahlen, wenn die Marke oder das Unternehmen sich für die Gesellschaft einsetzt, unter den befragten Europäern am höchsten (35 Prozent) – und das, obwohl gerade die deutschen Konsumenten als besonders preisbewusst bekannt sind, so die Studie.

Mir ist bekannt, dass viele Unternehmen bereits seit langem soziales Engagement zeigen - unabhängig von der Größe des Unternehmens. Hat dieses Engagement auch Einfluss auf die Unternehmenskultur, oder hat dies bislang eher Feigenblatt-Charakter und beruhigt das schlechte Gewissen erfolgreicher Unternehmer? Wie wird das soziale Engagement im Kundenmanagement sichtbar? Nur als Hinweis auf der Homepage? Die meisten Unternehmen haben noch viel Luft nach oben, wenn es darum geht, soziales Engagement und Unternehmenserfolg miteinander zu verknüpfen. Wie die o.g. Studie zeigt, trifft das den Nerv der Kunden.

Kommentare:

  1. Danke für dieses spannende Thema. Das Problem ist häufig, dass Kunden zwar gerne und viele Anforderungen stellen, die Erfüllung aber ungern honorieren! Am Ende wird doch ein no-name-Produkt made in China gekauft - denn Hauptsache billig.

    Ich bin bei Ihnen, dass Firmen auf diese Anforderungen eingehen sollten, aber sie müssen das typisch-menschliche (unlogische) Verhalten bei der Festlegung der Marketingstrategie entsprechend berücksichtigen. Und genau das passiert fast nie! Oder haben Sie seinerzeit eine Gegen-Werbung der "Guten" als Antwort gesehen, als die "Geiz-ist-Geil" Werbelawine los ging? VG Kourosh Ghaffari

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    1. Vielleicht ist eine "Gegen-Werbung" der "Guten" auch nicht zielführend. Ich denke, dass der Schlüssel im Verantwortungsbewusstsein der Unternehmen liegt, welches zwischen unternehmerischer Gewinnorientierung und gesellschaftlicher Verantwortung abwägen muss. Oder zwischen kurzfristigen materiellen und längerfristigen immateriellen Werten.

      Aktuell lässt sich doch gut verfolgen, wie es um das Unternehmen mit der "Geiz-ist-geil"-Strategie steht. Intern scheint es Probleme zu geben und das "Geiz-ist-geil"-Image werden sie trotz geänderter Marketing-strategie auch so schnell nicht los. Wer mit Vollgas in diese Sackgasse hineinfährt, muss sich nicht wundern, wenn er im Rückwärtsgang nur langsam da wieder raus kommt.

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