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Donnerstag, 8. Februar 2018

Aus der Reihe tanzen - ein Muss für jeden, der sich entwickeln will

In Köln, wie in den vielen anderen Karnevalshochburgen, ist heute ein Festtag. Mit der Weiberfastnacht geht der Karneval in seine heiße Phase. Um 11.11 Uhr startet der Straßenkarneval. Das Motto in diesem Jahr "Mer Kölsche danze us der Reih.“ Je öfter ich in den letzten Tagen das Motto gelesen oder gehört habe, desto mehr habe ich mich gefragt, wie das eigentlich mit dem „aus der Reihe tanzen“ im Leben, in Unternehmen ist.


Mit Sicherheit erinnert sich jeder von uns sofort an Situationen in seiner Kindheit, wo es vorwurfsvoll aus dem Umfeld hieß „Musst Du denn schon wieder aus der Reihe tanzen?“ In der Regel hat das dazu geführt, dass wir wir uns nicht gut gefühlt,  unsicher waren und uns geschämt haben. Oder aber erfolgreich unseren Kopf durchgesetzt haben. Diese Erfahrungen haben uns geprägt, mehr als uns lieb ist, vielleicht sogar bewusst ist.

Wo kommt eigentlich der Spruch „aus der Reihe tanzen“ her?

Im Redensarten-Index heißt es „Der höfische Reigen (Reihentanz) wurde gemessenen Schrittes getreten, der Volksreigen dagegen gesprungen. Als Form hat er sich in ländlichen Tanzarten und im Ringelreihen der Kinder erhalten, während er sonst gegenüber neueren ausländischen Tanzarten seit dem 17. Jahrhundert weitgehend an Boden verloren hat. Wer "aus der Reihe tanzt", ordnet sich nicht der Tanzordnung unter und fällt damit unliebsam auf.“

Im Allgemeinen verstehen wir also unter dieser Redensart etwas Ungewöhnliches tun, sich anders zu verhalten als die Mehrheit, sich nicht an die Absprachen zu halten. Die Bedeutung schwankt heute „zwischen einer eher negativ verstandenen mangelnden Anpassungsbereitschaft und einem positiv verstandenen Nonkonformismus“.

Wie halten Sie es mit dem „aus der Reihe tanzen?

Erinnern Sie sich wann Sie das letzte Mal nicht im „Mainstream“ unterwegs waren? Wie es Ihnen dabei ergangen ist? Wie hat Ihr Umfeld reagiert? Gab es Applaus oder eher Abwehr?

Anders sein. Ja, klar warum nicht. Viel zu selten machen wir uns bewusst, dass jeder von uns einzig ist. Wir sind alle anders! Als soziale Wesen wollen wir dazugehören: aus unterschiedlichen Gründen ordnen wir uns bestimmten Gruppen (Freunden, Unternehmen, Kollegen, Vereine, etc) zu. Solange uns diese Zugehörigkeit in unserem Denken und Handeln nicht eingeschränkt, fühlen wir uns auch wohl. Von Zeit zu Zeit merken wir, dass sich etwas in uns regt. Wir „stoßen an": Mit unserem Denken, unseren Worten, Verhalten, Handeln.

Es geht nicht nur ums Auffallen, es geht um mehr!

Und genau in diesen Momenten entscheidet sich dann sehr schnell, wie wichtig, wie bedeutend dieses „Anstoßen“ für uns selbst ist. Geschieht es aus einer momentanen Laune heraus, in der wir einfach mal ausscheren. Wo wir unserem Gegenüber, unserem Chef Paroli bieten wollen. Oder ist da noch mehr in uns, dass sich immer stärker regt. Haben wir unsere Meinung zu einem Thema geändert, beziehen wir auf einmal eine andere Position und verteidigen wir diese vehement. Nicht nur beim ersten „Anstoßen“, sondern auch in der Folge, weil das Thema auf einmal wichtig und bedeutend ist. Ein Moment, in dem wir bewusst "aus der Reihe tanzen". Weil wir nicht mehr akzeptieren können, wie z.B. Kollegen und oder Mitarbeiter behandelt werden. Weil uns der wertschätzende Umgang fehlt.

Wir kennen alle diese Phasen, in denen Dinge, die uns mal wichtig waren, ihre Bedeutung verlieren, wir andere Prioritäten setzen, andere Werte nach vorne rücken. Die Frage ist wie gehen Sie mit solchen Phasen um? Wie bedeutend sind die Veränderungen? Welche Entwicklungsstufen durchlaufen Sie in einem solchen Moment? Wie deutlich machen Sie das nach außen? Treten Sie klar und offensiv dafür ein? Beziehen Sie Position? Vielleicht sogar zu
r großen Überraschung für Ihr Umfeld. 

Eins ist sicher, in solchen Momenten haben Sie die volle Aufmerksamkeit der anderen. Ihre einmalige Chance, sie für das Thema zu begeistern, ja vielleicht sogar gleich als Mitstreiter zu gewinnen. Gerade für große, bedeutende Veränderungen ist es gut, Menschen an Ihrer Seite zu haben, die von den gleichen Dingen überzeugt sind wie Sie, sei es bei einem privaten oder beruflichen Projekt. Wer aus der Reihe tanzt, der hat die Chance, dass die anderen ihm folgen. 
Ohne Frage, so aus der Reihe zu tanzen, ist anstrengend. Nicht nur für denjenigen, der sich bewegt, sondern auch für die anderen. Im Grunde sind sie mit dem Status quo zufrieden und wollen nichts änderen. Zeichnet sich für sie jedoch ein Mehrweit ab, spüren sie den Sinn der Sache, desto größer ist ihr Antrieb zu folgen.

Mehr Wertschätzung 
Wir erleben gerade gewaltige Veränderungen in Unternehmen: die Auswirkungen des technologischen und demografischen Wandels werden zunehmend spürbar. Das Miteinander in Unternehmen ändert sich. Der Ton wird rauer, gegenseitige Schuldzuweisungen über die Fehleinschätzung der Themen gehören zur Tagesordnung. Die Frustration und Resignation derer, die gerne etwas bewegen wollen, wächst.

Was Unternehmen jetzt brauchen sind Führungskräfte, die mutig Position beziehen. Die aufhören, stereotyp neue Vorschläge einzufordern, um sie mit den immer gleichen Argumenten wieder abzuschmettern. Sondern die offen dazu stehen, dass selbst sie keine Patentlösung fürs Unternehmen haben. Weil es keine Patentlösungen in diesen 'wilden' Zeiten gibt. Die aber erkennen, dass für die Zukunft des Unternehmens die Menschen, der zentrale Erfolgsfaktor sind. Geschäfte werden zwischen Menschen, Kunden und Mitarbeiter, gemacht. 

Es braucht daher Führungskräfte, die ein ehrliches Interesse an der Mit- und Zusammenarbeit ihrer Mitarbeiter haben und diese dazu ermutigen, einen gemeinsamen Veränderungsprozess ins Leben zu rufen, der darauf abzielt,  Kunden stärker als bisher zu beigeistern und sie als loyale Kunden langfristig fürs Unternehmen zu gewinnen.

Und genau in dieser Situation brauchen Unternehmen dann Mitarbeiter, die mutig Position beziehen, die aufzeigen, was sich wie ändern muss, wo für sie die Grenzen sind und warum sie nicht einfach zusehen können. Wir brauchen Führungskräfte, die die Vielfalt im Unternehmen wertschätzen und die Rahmenbedingungen für die Mitarbeiter so gestalten, dass alle Mitarbeiter sich einbringen können.


Wann tanzen Sie das erste Mal aus der Reihe? 

Hören Sie auf, Dinge als gegeben hinzunehmen. Wie sagte schon Francis Picabia so schön: "Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann."


Noch ein paar Denkanstöße fürs "aus der Reihe tanzen" gefällig?

Donnerstag, 28. Juli 2016

Immer wichtiger für den Geschäftserfolg: Das Wissen über Kunden

Am 24.07.2016 waren Die PRO:FIT.MACHER Teil des messebegleitenden Workshop-Programms auf der Kids Now 2016. Am Workshop „Wissen über Kunden managen – welche Rolle spielen Soft Facts?“ haben interessierte Inhaber von Kindermodeläden und Online-Shops sowie Mitarbeiter der Händler/Hersteller teilgenommen.

Der Workshop verlief sehr lebhaft. Schnell war das Eis gebrochen und die Teilnehmer brachten sich mit den Herausforderungen, mit denen sie täglich konfrontiert werden, ins Gespräch ein. Weil wir im Verlauf des Workshops so typische Reaktionen der Teilnehmer erfahren haben, möchten wir darüber in einem zweigeteilten Post berichten: Zuerst ein kurzer Bericht über den (inhaltlichen) Verlauf des Workshops. Abschließend reflektieren wir unser Workshop-Erlebnis hinsichtlich der Funktion für die Unternehmensentwicklung (Kundenfokussierung / Digitalisierung) bei KMU.


Der Workshop „Wissen über Kunden managen – welche Rolle spielen Soft Facts?“


Gleich zu Beginn stand die Frage im Raum: „Was verstehen Sie unter Kundenwissen?“ Es zeigte sich sehr schnell die Breite des Themas. Erste nachdenkliche Falten auf der Stirn deuteten auf die unausgesprochene Frage hin „was muss ich über meinen Kunden zur Verbesserung des Geschäftserfolgs wissen?“ Zur Klärung trug eine engagierte Diskussion bei und die Erkenntnis, dass dies von der jeweiligen Situation und den angestrebten Zielen abhängt. Neben der Sortimentsgestaltung wurde als zweiter großer Komplex die gesamte Vermarktung des eigenen Produktangebots genannt. Beispielhaft wurden den TeilnehmerInnen für ihre spezifische Situation Lösungsansätze aufgezeigt.

Schnell zeigte sich im Workshop, dass für die Unternehmen der TeilnehmerInnen die weichen Faktoren für den erfolgreichen Einsatz des Kundenwissens eine Schlüsselrolle einnehmen und die Ausprägung der Soft Facts sehr stark von den handelnden Personen abhängt. Daraus resultiert die Erkenntnis, dass bei alle Aktivitäten zum Kundenwissen zwingend die Mitarbeiter eingebunden werden müssen (Kommunikation, Personalentwicklung).

Last but not least drehte sich im Workshop alles darum, wie das Kundenwissen die Positionierung im Markt unterstützt und wie verkaufsfördernd aus dem Wissen über Kunden heraus die Kommunikation mit den Kunden gestaltet werden kann. Dabei kam auch Ideen zur Entwicklung neuer Services für die Kunden sowie die Vernetzung von Angeboten bzw. der Aufbau von bedarfsorientierten Plattformen zur Sprache. Besonderes Augenmerk legten die TeilnehmerInnen auf ihre Beratungsstärke im direkten Kontakt mit den Kunden. Die PRO:FIT.MACHER gaben hierzu fachliche Impulse und regten mit Beispielen aus der Praxis die Kreativität der Teilnehmer an.

Jede Teilnehmerin nahm einen bunten Strauß an Anregungen zur Entwicklung ihres Unternehmens mit nach Hause und die Gewissheit, dass jeder in der Lage ist, mit relativ geringem Aufwand spürbare Wirkung zu erzielen. „Das war super spannend. So habe ich noch nicht über mein Geschäft nachgedacht. Danke für die vielen, guten Anregungen“, war der Tenor zum Ende des Workshops. Während einige schon gedanklich die erste Umsetzung planten, fragten sich andere „Wie mach ich das bloß zusätzlich zu meiner „normalen“ Arbeit? Ursula Liphardt schmunzelte und hatte spontan eine Antwort parat: „Unterstützung gibt es bei den Experten für kundenfokussierte Unternehmensentwicklung.“

Die PRO:FIT.MACHER bedanken sich bei den Teilnehmern für einen spannenden, sehr kurzweiligen Workshop. Wenn Sie Fashion for Kids suchen, unsere Empfehlungen:
Galerieladen im Schwanhof
Peru Kids
Knit-Point
Rotzlöffel
Strampelwicht


Reflexion – Gedanken zum Workshop


Immer wieder zeigt sich, wie wichtig für die Entwicklung von Personen und Organisationen der Austausch mit Menschen ist. Besonders anregend wirkt dabei eine heterogene Zusammenstellung der Teilnehmer (hinsichtlich Branche, Funktion etc.), sofern alle motiviert sind, offen und engagiert am Thema mitzuarbeiten. Aus der Mischung der Teilnehmer ergibt sich oft eine ungeahnte Kreativität und ein erhebliches Innovationspotenzial.

Besonders in kleinen, inhabergeführten Unternehmen ist der Chef die treibende Kraft für den Unternehmenserfolg und letztendlich für alles verantwortlich. Da bleibt oft keine Zeit, systematisch die Entwicklung des Unternehmens zu planen, geschweige denn nebenbei umzusetzen. Auch die persönliche Entwicklung (Weiterbildung) kommt oft zu kurz. Gerade jetzt, wo die Digitalisierung mit schnellen Schritten voranschreitet, ist es wichtig zu verstehen, wie Geschäfte in einer digitalisierten Welt funktionieren.

In dieser Situation ist ein Workshop - wie der oben beschriebene - Gold wert. Er erfüllt mehrere Funktionen:
  1. Weiterbildung
    sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und dabei die eigene Situation einzubringen bzw. zu thematisieren erhöht den Lerntransfer in die Praxis
  2. Vertrauen
    der Austausch mit Menschen in gleicher Situation schafft ein Gefühl des Vertrauens – „wir sitzen alle im selben Boot“
  3. Innovation
    miteinander lernen – voneinander lernen, Ideen von anderen lassen sich mit den eigenen verknüpfen
  4. Sicherheit in der Entscheidungsfindung
    Meinung von Gleichgesinnten einholen, Geschäftsführer diskutieren auf Augenhöhe
  5. Fehlervermeidung
    von den Erfahrungen der anderen profitieren; ein Fehler muss nicht zweimal gemacht werden

Samstag, 18. Juli 2015

Wie sich KMU die digitale Welt erobern können

Um die deutschen Unternehmen scheint es schlecht zu stehen, wenn es um die Digitalisierung geht. Viele Studien zeichnen ein düsteres Bild hinsichtlich des Wissenstands um die Digitalisierung und des Entwicklungsstands der Unternehmen. Was ist die Ursache für diesen Digitalisierungs-Pessimismus?

Vielleicht ist es der Begriff Digitalisierung an sich. Er ist nicht greifbar. Alle reden davon, doch jeder meint etwas anderes. Der Begriff überlagert alles und steht für einen radikalen Wandel. Der Begriff subsummiert eine ganze Reihe von Technologien und ist an sich kaum greifbar. Am 10.07. schreibt die FAZ, dass nach einer Untersuchung der Personalberatung Rochus Mummert  56% der deutschen Arbeitnehmer kaum wissen, was hinter dem Begriff Digitalisierung steckt. Jeder dritte hatte noch nie davon gehört.

Da wundert es kaum, dass der selben Studie zur Folge nur jedes zweite deutsche Unternehmen die Digitalisierung wirklich auf der Agenda hat, wie das manager magazin  schreibt. Nur 14 Prozent der Arbeitnehmer gaben an, dass ihr Unternehmen bereits Maßnahmen zur Digitalisierung umgesetzt hat. Woher kommt diese Zurückhaltung, wo doch selbst die Kanzlerin die Digitalisierung propagiert? Meine These: Viele Führungskräfte und Mitarbeiter verstehen nicht, worum es eigentlich geht. Wie soll man auch verstehen, wie sich die Arbeitswelt in den kommenden Jahren radikal verändern wird, wenn man nicht weiß wodurch? Für viele bleibt die Digitalisierung erst einmal ein Buch mit sieben Siegeln.

Im Begriff Digitalisierung steckt die Hoffnung der ITK-Industrie. Sie ist es gewohnt, in kurzen Rhythmen neue Technologien mit neuen Wortkreationen zu schmücken und durchs Dorf zu treiben. So funktionierte das IT-Business die letzten Jahrzehnte. Mit dem Begriff Digitalisierung ist aber die greifbare Innovation abhanden gekommen. Sie ist nur noch ein Medium, aber nicht mehr der Treiber. Der Trigger für die digitale Unternehmensentwicklung steckt in den Unternehmen selbst. Die Digitalisierung wirkt wie ein Facilitator. Sie eröffnet Optionen. Aber der Anstoß zur Veränderung muss aus den Köpfen der Mitarbeiter und Führungskräfte kommen. Es geht um die Entwicklung von Geschäftsideen und neuen Geschäftsmodellen, um Serviceorientierung, Kundenorientierung, neuartige Prozesse und um die Verwendung von sehr vielen Informationen.

"Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann rufe nicht die Menschen zusammen, um Holz zu sammeln, Aufgaben zu verteilen und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem großen, weiten Meer" wird Antoine de Saint-Exupery gerne zitiert. Es könnte der Leitspruch einer erfolgreichen digitalen Transformation sein. Erst die gute Idee in den Köpfen wie man z.B. den Kunden das Leben erleichtern oder ihre Arbeit vereinfachen kann setzt die Digitalisierungsmaschinerie in Gang.

Einen vielversprechenden Ansatz, wie Unternehmen zu den Ideen finden, die zur Digitalisierung führen, bieten die kundenraeume mit Ihren Impuls-Treffs. Regelmäßig finden sich Unternehmer zusammen, um sich im kleinen Kreis mit kurzen Impulsen auseinander zu setzen. Dies setzt im offenen Gedankenaustausch viele Ideen frei.