Worauf Sie bei der Anwendung des Instruments "Kundenreise" achten sollten
Die Schulferien in Deutschland breiten sich von Bundesland
zu Bundesland weiter aus. Ab heute hat ganz Deutschland Sommerferien. Gefühlt
machen sich alle auf die Reise. Flughäfen, Bahnhöfe und Autobahnen, egal von wo
es losgeht, überall ist es (über)voll. Schlangen, Staus und Wartezeiten gehören
zum Start in die ‚schönste Zeit‘ des Jahres dazu. Schließlich will jeder über die
schlimmsten, tollsten, verrücktesten und eindrucksvollsten Abenteurer seines
Urlaubs berichten. Musste er früher noch bis nach der Reise warten, kann er
heute die „armen Zurückgebliebenen“ ohne Probleme online auf dem Laufenden
gehalten. Dank WhatsApp können sie miterleben, mitfühlen was gerade bei ihren
Freunden oder Familienmitgliedern los ist.
Die Urlaubsreise -
ein schönes Beispiel für eine „Kundenreise“
Die Urlaubszeit bringt mich heute auf die Idee, am Beispiel
eines Sommerurlaubs das Thema „Kundenreise“ (customer journey) aufzugreifen. Warum?
In Zeiten enger werdender Märkte versuchen Unternehmen gerne
mit Kundenorientierung zu punkten. Die zunehmende Digitalisierung hat jedoch
dazu geführt, dass Märkte transparenter, Kunden besser informiert und
selbstbewusster agieren. Unternehmen, die Kunden dauerhaft für sich gewinnen
wollen, müssen sich intensiver als bisher mit ihren Kunden beschäftigen. Ein
probates Mittel ist die Kundenreise.
Hierbei handelt es sich um ein Instrument aus dem Marketing, welches zur Visualisierung des Kaufentscheidungsprozesses eines Kunden genutzt
wird. So erhalten Unternehmen einen Überblick über die Berührungspunkte, die
Kunden mit ihrem Unternehmen haben. Zu wissen wie und wo Kunden sich auf den
Weg machen, um ein Produkt, eine Dienstleistung zu erwerben, hilft Unternehmen
die on- und offline Kontaktpunkte ihre Kunden richtig zu inszenieren.
Zurück zur Urlaubsreise: Jeder, der sich auf die Reise
macht, tritt seine Reise mit ganz konkreten Vorstellungen und Erwartungen an.
Wie am Ende das Gesamturteil über den Urlaub ausfällt, hängt davon ab, was an
den einzelnen Stationen der Reise passiert.
Nehmen wir als Beispiel eine Familie mit einem Kind (Sohn 13
Jahre), ich nenne sie mal die Schröders, die eine klassische Pauschalreise für
14 Tage buchen, alles inklusive. Von der Frage (Bedürfnis) „wohin fahren wir in
den nächsten Sommerferien“ bis zum Start der Urlaubsreise hat sie den folgenden
Prozess durchlaufen:

Eine Kundenreise unterteilt sich in der Regel in drei Phasen: vor, während und nach einem Kauf.
Im Fall der Schröders hat
alles schon im letzten Jahr begonnen:
Phase 1: Vor der Reise
Zurück aus dem letzten Sommerurlaub in Griechenland haben
sie entschieden, nach 3 Jahren in Griechenland, muss 2017 ein neues Ziel her. Es
wurde gegoogelt, in Urlaubsforen geschaut, Kataloge aus dem Reisebüro geholt,
mit Freunden diskutiert und Informationen aus dem Familienkreis gesammelt. Die
gewonnen Erkenntnisse wurden verdichtet und mit dem „Anforderungskatalog“ [Direktflug
nicht länger als 4 Stunden, kleine Hotelanlage am Meer, vielfältiges
Sportangebot, etc…] abgeglichen bevor die Würfel fielen: im Sommer 2017 soll es
nach Portugal gehen.
Nachdem beide von ihren Arbeitgebern das OK für die
gewünschten Urlaubswochen in den NRW Sommerferien erhalten hatten, musste nur
noch gebucht werden. Dafür wurden noch einmal die Vergleichsportale bemüht.
Gefrustet mussten sie feststellen, dass sie das gewünschte „Urlaubspaket“
(Bungalow bzw. Doppelzimmer mit angrenzendem Einzelzimmer, Halbpension sowie
Direktflug ab Düsseldorf) nicht so einfach online buchen konnten. Entgegen der
Empfehlung ihrer Freunde haben sie sich dann doch wieder an ihr Reisebüro,
welches sie auch in den Jahren zuvor genutzt haben, gewandt. Dort konnte das
Wunsch-Urlaubspaket problemlos gebucht werden. Der Preis war auch nicht höher
als auf den Online-Portalen. Als die ersten Reiseunterlagen, im trüben deutschen
Winter kamen, war die Vorfreude auf den Sommerurlaub 2017 groß: Am 27.07. 2017
7 Uhr Abflug nach Porto.
Phase 2: Auf der Reise
14 Tage vor Start in den Urlaub erhalten die Schröders die
Info, dass der Flug am 27.07 vorverlegt wurde und der Flieger schon um 5 Uhr
morgens von Düsseldorf abhebt. Sie entschließen sich auf das Angebot des
Schwiegervaters, sie zum Flughafen zu fahren, zu verzichten und stattdessen
entscheiden sie sich mit einem Taxi von Neuss zum Flughafen nach Düsseldorf zu
fahren. Sie bestellen das Taxi für den 27.07 2.30 Uhr. Am Vortrag lassen sie
sich den Abholtermin durch den Taxiunternehmer noch einmal bestätigen. Die
Koffer sind gepackt, das Handgepäck sowie die Reiseunterlagen, Pässe sind
bereit, so dass es reicht wenn sie am Reisetag um 1.30 Uhr morgens aufstehen,
um bereit zu sein wenn das Taxi kommt. Voller Vorfreude warten sie aufs Taxi,
das pünktlich ist. Die Straßen sind leer und so sind sie schneller als erwartet
am Flughafen.
Der Schalter für Porto ist noch nicht eröffnet und sie gehören
zu den ersten, die auf das Einchecken warten. Um 3:15 Uhr geht es mit dem
Check-In los. Das Gepäck ist schnell aufgegeben, die Bordkarten mit den
nebeneinanderliegenden Plätzen halten sie in der Hand und so geht es zur
Sicherheitskontrolle. Erwartungsgemäß lange Schlangen, denn an diesem Tag gibt
es viele Urlaubsflieger, vor allem nach Mallorca und Spanien. Wenn die Leute
nicht immer so viele Sachen in den Hosentaschen hätten würde es hier auch schneller
gehen…
Geschafft, ab zum Gate C27 und warten aufs Boarding. Die Gefahr
einzuschlafen ist zu dieser frühen Stunde groß. Zum Glück gibt es viel zu beobachten:
Wahnsinn was manche Urlauber im Handgepäck dabei haben, als ob sie gleich zum
Baden an den See gingen. Das Boarding geht schnell, müde sinkt Familie Schröder
in ihre Sitze. Pünktlich um 5 Uhr hebt der Flieger ab. Da schlummern sie schon und träumen von Portugal. Mehr als zwei Stunden sind bereits vergangen als sie durch das wilde Herunterklappen der Tische hinter ihnen
unsanft geweckt werden. Ein kleiner Snack, „Gummi-“Sandwich und Warmgetränk werden
gereicht. Danach noch eine Runde Schlaf bis zur Landing in Porto. Traumhaftes
Wetter…
Problemlos können Sie sich in die Schröders hineinversetzen,
oder? Sie erinnern sich vermutlich an Ihren letzten Urlaub…
Während die Anreise bisher gut verlief und Familie Schröder
auch keine großen Erwartungen, außer dass alles nach Plan reibungslos über die
Bühne geht, hatte, ändert sich ihre Erwartungshaltung mit Ankunft in Porto:
Scheint die Sonne? Ist das Gepäck sofort am Gepäckband? Leider nein, denn die
Maschine aus Düsseldorf gehört zu den ersten an diesem Morgen. Steht die
Reiseleitung in der Ankunftshalle? Wo startet der Bus zum Hotel? Leider ist es
ein kleiner Fußweg bis dorthin. Wie lange dauert die Fahrt bis zum Hotel?
Wie es auf der
Reise der Schröders weitergeht zeigt die folgende Darstellung der Kontaktpunkte beispielhaft:

MOTs - die ganz
entscheidenden Momente
Spätestens bei der Ankunft im Hotel ist der erste große MOT
(= Moment of Truth), der Moment der Wahrheit. Ist das Hotel wie auf den
Bildern, die sie im Prospekt, im Internet und auf Google Earth gesehen haben?
Haben sie sich alles richtig vorgestellt? Bingo!
Dann zur Rezeption, 3 Schalter warten auf die Neuankömmlinge
(ca 20 Personen). Freundliche Begrüßung. Das Einchecken geht schnell über die
Bühne: da die Zimmer, wie sie wissen, erst ab 14 Uhr belegt werden können,
werden die Koffer erst einmal am Empfang in Sicherheit gebracht. Die
Hotelanlage wartet darauf entdeckt zu werden. Doch bevor es losgeht -
schließlich ist es gerade mal 11 Uhr – würden sie gerne auf der Terrasse
frühstücken.
Das trifft sich gut, denn die Rezeptionistin überreicht
ihnen noch einen Briefumschlag, indem sich ein kurzer Willkommensgruß ihres Reisebüros
befindet sowie 3 Restaurant Tickets, die sie zum Frühstücken/Brunchen nutzen
können. Eine kleine Entschädigung dafür, dass ihr Urlaubsflieger 2 Stunden
früher als ursprünglich geplant losging. Die Schröders sind begeistert. Auf
geht’s zur Terrasse, wo sie einen schönen Platz finden. Erst einmal ankommen, die
Aussicht genießen und die ersten Fotos machen. Dann geht’s zur Erkundung ans
Buffet. Der Tisch auf der Terrasse füllt sich. Schnell noch ein Schnappschuss
und gleich per WhatsApp als Dankeschön ans Reisebüro. Und nun frühstücken und
genießen…
Das Willkommensschreiben ihres Reisebüros war eine
Überraschung für die Schröders. Damit hatten sie nicht gerechnet. Ein sehr
guter Start!
Jeder weitere Punkt (Hotelanlage, Zimmer, etc) wird von den
Schröders sukzessive bewertet werden, mal mit mehr oder weniger großen Worten,
je nachdem wie sehr ihre Erwartungen im jeweiligen Moment übertroffen,
enttäuscht oder eben einfach nur erfüllt werden.
Aus der Summe der Erlebnisse an den einzelnen Kontaktpunkten
ergibt sich am Ende der Reise das Gesamturteil. Im Marketing Fachjargon sprich
man hier auch von der Customer Experience (CEM, CXM). Ins Deutsche übersetzt
ist oft von Kundenerfahrung bzw. Kundenbegeisterung die Rede.
Wie das Beispiel des Kontaktpunktes „Ankunft“ mit dem
Willkommensschreiben zeigt, geht es bei der Kundenreise nicht nur darum alle
Kontaktpunkte festzuhalten. Wichtig ist, festzuhalten welche Erfahrung der Kunde an dem
jeweiligen Punkt macht. Im Fall der Schröders war die Begeisterung groß, da sie
mit einer solchen Nachricht nicht gerechnet haben.
Nach der Reise
Der Vollständigkeit halber soll hier auch noch kurz der Part
„nach der Reise“ erwähnt werden. Zurück aus dem Urlaub laden die Schröders
Eltern und Schwiegereltern zu einem Grillabend ein, um ausführlich über den
Urlaub zu berichten. Sohn Thomas erzählt freudig über seine neuesten
Erfahrungen beim Surfen, den blutigen Knien nach einem Sturz auf einer
Mountainbike-Tour, während die Eltern von der ruhigen Hotelanlage schwärmen,
obwohl rund 200 Gäste dort waren. Ihr Urteil fällt positiv aus und vielleicht
geht es im nächsten Jahr sogar noch einmal nach Portugal, denn die portugiesische
Küche hat es ihnen angetan. Doch jetzt erst einmal in der Erinnerungen schwelgen und den Sommer in Deutschland genießen. Im Herbst werden sie sich dann wieder Gedanken über die nächste Urlaubsreise machen. Soweit die Kundenreise der Schröders.
Ich bin sicher, dass es Ihnen leicht gefallen ist, die
einzelnen Stationen der Reise nachzuvollziehen. Vielleicht ist Ihnen auch noch
der eine oder Kontaktpunkt eingefallen, der Ihnen wichtig gewesen
wäre.
Damit sind wir an einem weiteren wichtigen Aspekt der Kundenreise: Eine
Kundenreise wird immer für einen ganz bestimmten Kunden (Kundentyp) erstellt.
Dabei ist es wichtig für diese Persona die relevanten Kriterien (Alter,
Geschlecht, Vorlieben, Bedarfe, Wünsche,...) festzuhalten. Je genauer man eine Persona beschreiben kann,
umso individueller kann dann der Kommunikationsprozess gestaltet werden gestalten und
ihre Bedürfnisse erfüllt, wenn nicht sogar übererfüllt werden.
Für welche
Unternehmen macht eine Kundenreise Sinn?
Sehr oft höre ich das Argument „Das mit der Kundenreise hört
sich ganz gut an. Im Konsumerbereich (b2c) kann ich mir das vorstellen, da
spielen Emotionen, Begeisterung eine Rolle. Im b2b Bereich ist das aber völlig anders.“
Wirklich? b2b - eine emotionsfreie Zone. Das wäre doch grausam, oder?
Es wird sehr oft mit dem „homo
oeconomicus“, der stets rational und nutzenmaximierend handele, argumentiert. Kurzum (Kauf-)entscheidungen werden rational gefällt, heißt es. Aus diesem Grund stehen immer noch Unternehmen aus dem b2b Bereich dem Instrumentarium der Kundenreise skeptisch gegenüber. Ein Fehler!
Kundenreisen funktionieren für den b2b Bereich genauso gut wie
für den b2c Bereich. Warum? Die Neurowissenschaften haben schon vor geraumer
Zeit den Beweis angetreten, dass Kaufentscheidungen höchst (80- 95% der
Entscheidung) emotional sind. Im Nachhinein, je nach Bedeutung des Kaufs, wird
die Entscheidung oft äußerst fantasievoll rational begründet und
gerechtfertigt.
Worauf kommt es bei
der Anwendung einer Kundenreise an?
Die Darstellung einer Kundenreise setzt einen
Perspektivwechsel voraus. Nicht mehr die Produkte und die Frage was man daran noch besser machen könnte, stehen im Mittelpunkt, sondern das ganze Denken und
Handeln eines Unternehmens beginnt beim Kunden. Das bedeutet Sie schauen von außen auf Ihr Unternehmen.
1. Persona
Das Wissen über Kunden und die Nähe zu den Kunden ist erfolgsentscheidend. Die Erstellung von Personas, die immer im Team, d.h. in einer Gruppe von Mitarbeitern aus allen Fachbereichen, erfolgt, hilft Kunden besser kennenzulernen,
ihre Bedürfnisse, Erwartungen, Vorlieben oder Befürchtungen genauer zu beleuchten und festzuhalten. Eine Persona repräsentiert idealtypisch eine Kundengruppe und gilt als Basisbeschreibung für alle Mitarbeiter im Unternehmen. Immer öfter gehen Unternehmen dazu über ihren Personas Namen zu geben: Wolfram, Alexander oder Nina. Der Vorteil dieser Personas ist, dass sie nicht mehr so abstrakt wie die bisher benutzten Zielgruppen sind. Die Persona, der beschriebene Mensch, inspiriert Mitarbeiter einfacher zum Handeln. Vor allem wenn immer öfter überall im Unternehmen Fragen die Runde machen wie "Was würde Wolfram davon halten, wie sieht es Nina? Können wir damit Alexander wirklich unterstützen seine Ziele zu erreichen?
2. Kontaktpunkte
Im nächsten Schritt gilt es die einzelnen Kontaktpunkte wie im Beispiel der Urlaubsreise festzuhalten. Egal ob z.b. ein Messebauer, der für Unternehmen jeglicher Branchen Messestände konzipiert und baut oder der Bauunternehmer, der sich auf Einfamilienhäuser für junge Familien spezialisiert hat oder das Systemhaus, welches sich auf die Digitalisierung von Maschinenbauunternehmen spezialisiert hat, alle sollten nachdem sie ihre Persona erstellt haben, die einzelnen Kontaktpunkte der Persona erst einmal festhalten. Es ist ratsam auch hier wieder im Team, d.h. mit Mitarbeitern aus unterschiedlichen Bereichen zu arbeiten, die Kontakt zum Kunden haben, zu arbeiten.
3. Kundenreise
Sind die einzelnen Kontaktpunkte einer Persona gesammelt, gilt es diese der Reihe nach, aus Kundensicht, auf einer Stellwand/Tafel festzuhalten. Im nächsten Schritt geht es um die Bewertung dieser Kontaktpunkte: Was erlebt Ihr Kunde an den einzelnen Berührungspunkten? Was erwartet er? Welche Punkte sind ihm wichtig? Eine tabellarische Auflistung ist dabei hilfreich, um am Ende die aus Kundensicht einkaufsrelevanten Punkte zu identifizieren, und damit eine Arbeitsgrundlage für die weiteren Schritte zu haben.
Wie feinteilig die Auflistung der Kontaktpunkte wird, hängt davon ab, wie relevant ein Berührungspunkt für den Kunden in seiner Kaufentscheidung ist und welches Umsatzpotenzial er hat. Die Kundenreise verschafft Ihnen so einen Überblick über die unterschiedlichen Berührungspunkte,
die Ihr Kunde in den einzelnen Phasen seines Entscheidungsprozesses (vor, während,
nach dem Kauf) durchläuft.
4. Momente der Wahrheit
An jedem Kontaktpunkt entscheidet sich inwieweit sich die Aussagen Ihres Unternehmens mit dem Erwartungen und Erfahrungen eines Kunden decken: der sogenannte Moment der Wahrheit. Ein Unternehmen, welches von sich behauptet "wir sind immer für Sie da", baut bei seinen Kunden die Erwartung auf, 24 Stunden / 7 Tage erreichbar zu sein. Auf der Kundenreise muss der Beweis an jedem Kontaktpunkt erbracht werden, andernfalls ist die Enttäuschung groß.
Was sind Ihre Kernwerte? Wofür soll Ihr Unternehmen stehen? Und wie stellen Sie sicher, dass Ihre Kunden dies an den einzelnen Kontaktpunkten auch genauso erleben? Ihre Herausforderung besteht darin, die Kontaktpunkte herauszusuchen, an denen Sie Ihre Kunden positiv überraschen, sogenannte "magic moments" schaffen.
Das können 'Routinepunkte' sein, bei denen es bei Ihnen noch einfacher läuft als erwartetet oder gar Kontaktpunkte (meist nach dem Kauf), wo der Kunde in der Regel gar nicht mehr erwartet, dass Sie sich bei ihm melden. Vergessen Sie in Ihren Überlegungen auf keinen Fall die Reklamationspunkte. Trotz bester Produkte und bestem Service wird es Reklamationen geben. Kunden wissen das. Wichtig ist, dass Sie in solchen Momenten exzellenten Service bieten: einfach, schnell, präsent sein und eine Lösung liefern.
5. Customer Experience
Die Kundenreise zeigt, dass der Versuch, einen Kunden an einzelnen Punkten zu ködern nicht von Erfolg gekrönt ist. Vor allem dann, wenn der Kontaktpunkt für ihn keine große Bedeutung hat. Kunden bewerten das Gesamterlebnis, welches sie bis zum Berührungspunkt gehabt haben. Dabei machen Sie keinen Unterschied zwischen on- und offline Welt. Im Gegenteil, ihre Erwartungshaltung ist so hoch, dass sie nahtlose Übergänge zwischen beidem 'Welten' erwarten. Sollte das nicht der Fall sein, sind sie schnell weg. Ihre Wechselbereitschaft ist hoch.
Customer Experience hat nichts mit Effekthascherei und kurzfristigen Kundenbegeisterungsaktionen zu tun. Es entfaltet dann sein Potenzial, wenn Unternehmen ihren Kunden in den Mittelpunkt ihres Denken und Handelns stellen und systematisch an den Kundenerlebnissen arbeiten.
6. Kundenzentrierung
Kundenzentrierung (customer centricity) fängt da an, wo Kundenorientierung aufhört: Bei der Kundenzufriedenheit. Kundenzentrierung zielt darauf ab, Kundenprozesse und sämtliche Unternehmensaktivitäten so zu gestalten, dass die Befriedigung der Bedürfnisse, immer eine außergewöhnliche Erfahrung für den Kunden darstellt: Weil er z.B. positiv überrascht wird, Erwartungen erfüllt werden, von denen er noch gar nicht wusste, dass er sie hatte oder Probleme gelöst werden, die der Kunden selbst für unlösbar hielt. Es geht um die berühmte „Extrameile“, die Unternehmen bereit sind für ihre Kunden zu gehen, mit dem Ziel langfristige Kundenbeziehungen aufzubauen.
Kundenzentrierung ist kein Projekt, welches Sie mal ausrufen. Es ist eine Daueraufgabe, die eines richtigen Mindsets aller Mitarbeiter und Führungskräfte bedarf. Kundenzentrierung ist ein Marathon, den Sie starten! Aber einer der zu unendlichen Glücksgefühlen bei Ihnen, bei Ihren Mitarbeitern und vor allem bei Ihren Kunden führen wird. Er lohnt sich! Wann starten Sie?
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